Ablauf einer Psychotherapie

Ablauf einer PsychotherapieIm Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über den Ablauf einer psychotherapeutischen Behandlung und anfallende Kosten, die in der Regel von Ihrer gesetzliche oder privaten Krankenkasse übernommen werden.

 

    • Wann ist Psychotherapie sinnvoll?

      Eine psychotherapeutische Behandlung ist immer dann sinnvoll, wenn Sie subjektiv Leidensdruck verspüren, merken, dass Sie ohne professionelle Hilfe nicht weiter kommen und unter Symptomen leiden, die Sie im Alltag einschränken. Je nach psychischer Erkrankung können diese Symptome in unterschiedlicher Intensität und Häufigkeit auftreten und ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Möglicherweise leiden Sie seit längerer Zeit unter Antriebslosigkeit, einem andauernden Stimmungstief, grübeln vermehrt oder sind ständig begleitet von Ängsten oder Sorgen, die auf den ersten Blick grundlos erscheinen oder wiederkehrend in Zusammenhang mit bestimmten Situationen oder Personen auftreten. Auch kann es sein, dass Sie permanent unzufrieden sind, vermehrt in Auseinandersetzungen mit Ihren Mitmenschen geraten oder sich den Anforderungen des Alltags nicht gewachsen fühlen. Diese wie auch weitere, hier nicht benannte, Symptome deuten auf das Vorhandensein einer psychischen Erkrankung hin. Ob Behandlungsbedürftigkeit besteht wird in ersten psychotherapeutischen Gesprächen abgeklärt.

 

    • Wie läuft eine psychotherapeutische Behandlung ab?

      Um ein Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren, kontaktieren Sie mich bitte telefonisch oder per Email, sodass wir einen Termin (sofern verfügbar) vereinbaren können. Im Rahmen von maximal drei Psychotherapeutischen Sprechstundenterminen à 50 Minuten findet zunächst eine Abklärung der Symptomatik statt, ebenso, ob es sich um eine Behandlungsbedürftige, psychische Störung handelt und welche Therapieform am geeignetsten ist. Neben der von mir angebotenen ambulanten Verhaltenstherapie kann bei schwerer Erkrankung zunächst ein stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Klinik hilfreich sein, ebenso ist an eine medikamentöse Mitbehandlung in Zusammenarbeit mit ärztlichen Kollegen zu denken. Gegebenenfalls kann auch ein anderes Richtlinienverfahren empfehlenswert sein (z.B. Tiefenpsychologie, Psychoanalyse).
      Insofern eine psychische Störung vorliegt, Sie sich verbindlich zu einer Therapie entscheiden, ausreichend in den Therapieprozess vertrauen und sich wohl fühlen, d.h. das Gefühl haben, dass die Chemie zwischen Ihnen und mir stimmt, steht einer ambulanten Psychotherapie nichts entgegen. Wissenswert ist dass Sie, sofern genannte Bedingungen nicht bestehen, die Möglichkeit haben, weitere Erstgespräche bei psychotherapeutischen Kolleginnen und Kollegen wahrzunehmen. Der Grund dafür ist, dass die Qualität der therapeutischen Beziehung für einen zufriedenstellenden Therapieprozess und -erfolg relevant ist.

      In den sich anschließenden 2-4 probatorischenSitzungen informiere ich Sie über die Rahmenbedingungen der Psychotherapie, eine weitere diagnostische Abklärung der Symptomatik sowie biographische Anamnese werden erfolgen, um ein erstes Verständnis zur Entstehung Ihrer Probleme zu erhalten. Anschließend können wir das therapeutische Vorgehen wie auch Ihre Therapieerwartungen und Ziele genauer bestimmen und die Wahl des Therapiesettings (Einzel- oder Gruppentherapie) auswählen.

      Bei gesetzlichem und häufig auch privatem Versicherungsstatus stelle ich während der Probatorik einen Antrag an die Krankenkasse. die über die Genehmigung der Psychotherapie und somit über die Kostenübernahme entscheidet. Die Psychotherapie beginnt, sobald mir eine Therapiebewilligung vorliegt. Als Selbstzahler können Sie die Psychotherapie sofort beginnen, das Therapieabkommen besteht in diesem Fall nur zwischen Ihnen und mir.
      Die Psychotherapie endet mit Ablauf der von der Krankenkasse genehmigten Sitzungen bzw. dann, wenn Sie das Gefühl haben, Ihre persönlichen Ziele im Rahmen der Therapie erreicht zu haben.

 

    • Wie verläuft eine psychotherapeutische Sitzung?

      Eine psychotherapeutische Stunde dauert 50 Minuten und findet gewöhnlich einmal pro Woche statt. Bei Krisen, Expositionen oder aus anderen therapeutischen Gründen können Termine in höherer oder niederer Frequenz sinnvoll sein. Hauptbestandteil der Therapie ist das Gespräch, begleitend können praktische Übungen, Verhaltensexperimente oder das Erlernen bestimmter Techniken, wie z.B. Entspannungstraining, Wahrnehmungs- oder Achtsamkeitsübungen hilfreich sein. Auch können bestimmte Trainingsformen, wie z.B. ein Problemlöse-, Kommunikations- oder soziales Kompetenztraining helfen neue Fähigkeiten auszubilden, sodass vorhandene Probleme minimiert werden.

      Im Therapieprozess versuchen wir Ihre Probleme unter Einbezug Ihrer biographischen Lebenserfahrung zu verstehen, relevante Bedürfnisse und Motive zu identifizieren und Optionen zu erarbeiten, um bestehenden Leidensdruck zu reduzieren. Auf mögliche Widersprüche oder dysfunktionale, d.h. wenig hilfreiche Verhaltensmuster werde ich Sie hinweisen und Sie unterstützen diese durch das Erlernen neuer Verhaltensweisen und Denkmuster zu bewältigen. Dabei wird eine wiederholte Analyse belastender Situationen oder schwieriger zwischenmenschlicher Beziehungen unabdingbar sein.
      Priorität hat während der kompletten Therapie Ihre Selbstbestimmung, d.h. nichts findet gegen Ihren Willen statt und nur mir Ihrer informierten Einverständnis. Zu beachten ist jedoch auch, dass der Erfolg der Therapie primär von Ihrer Eigeninitiative abhängt, dazu zählt neben der Veränderungswilligkeit auch die Motivation schwierige Themen anzugehen und gegebenenfalls neue Verhaltensweisen zu erproben, die zunächst ungewohnt und möglicherweise unangenehm sind. Ziel ist es, dass Sie die neu erworbenen und als hilfreich erlebten Kompetenzen und Denkweisen zunehmend häufiger im Alltag anwenden. Mit dem Fortschreiten der Therapie und infolge einer Symptomreduktion werden bestehende Lebensziele, Werte und Wünsche betreff Ihrer aktuellen Lebenssituation wichtiger. Auch können Sie weitere, noch nicht benannte Themen ansprechen, ebenso, wenn Sie den Eindruck haben trotz der therapeutischen Unterstützung nicht weiter zu kommen.

 

    • Wie lange dauert die Psychotherapie insgesamt?

      Bei der verhaltenstherapeutischen Behandlung unterscheidet man beim gesetzlichem Versicherungsstatus zwischen einer Akutbehandlung, einer Kurz- sowie einer Langzeittherapie. Die sich jeweils an die ersten psychotherapeutischen Gespräche der Psychotherapeutischen Sprechstunde anschließen.

      Die Akutbehandlung umfasst 12 Sitzungen und sollte bei einer akuten Krise oder zur Vorbereitung und Stabilisierung für einen anschließenden Klinikaufenthalt gewählt werden. Die Stundenanzahl der Akutbehandlung wird auf die Kurzzeittherapie angerechnet

      Eine Kurzzeittherapie wird in zwei Abschnitte à 12 Einheiten unterteilt und umfasst insgesamt 24 Sitzungen. Die Kurzzeittherapie ist bei der Bewältigung akuter Krisen oder schwieriger Schwellensituationen sinnig, wie z.B. Arbeitsplatzkonflikte, Verlustsituationen, Prüfungen und Trennungen.

      Die Langzeittherapie umfasst 60 Sitzungen, in besonders schwierigen Fällen bis zu 80 Einheiten. Selbige ist immer dann sinnvoll, wenn Ihre Probleme schon längere Zeit bestehen bzw. Sie in Ihrem Leben Grundsätzliches verändern möchte und dafür langfristig Hilfe benötigen.

      Bei privaten Krankenkassen gelten teilweise andere Therapiekontingente, die Sie Ihrem Vertrag entnehmen oder bei Ihrer Kasse erfragen können. Falls sich gegen Ende eines Therapiekontingents zeigen sollte, dass bis zum Erreichen der therapeutischen Ziele mehr Zeit benötigt wird, kann die Psychotherapie verlängert werden. Falls die Ziele vor dem Ablauf der genehmigten Stunden erreicht kann die psychotherapeutische Behandlung auch vorher schon beendet werden.

 

 

Copyright © 2019 Dipl. Psych. Eva M. Köhler